[WestG] [KONF] Zwangsarbeit und Erinnerungskultur, Duisburg, 21.11.03

Rita Börste rita.boerste at lwl.org
Fre Okt 24 11:49:10 CEST 2003


Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 24.10.2003, 9:31

KONFERENZ

Einladung zur
Tagung "Zwangsarbeit und Erinnerungskultur"
21. November 2003

Veranstalter: Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V. mit
Unterstützung des Kultur- und Stadthistorischen Museums Duisburg

Die seit Anfang der 1990er Jahre geführte Entschädigungsdiskussion und die
im Sommer 2000 erfolgte Verabschiedung des "Gesetzes zur Errichtung einer
Stiftung ,Erinnerung, Verantwortung und Zukunft'" haben auch im Ruhrgebiet
zahlreiche und ganz unterschiedliche historiographischeAuseinandersetzungen 
mit der Thematik "Zwangsarbeit" hervorgebracht. 

Von den kommunal beauftragten Einrichtungen wie den Stadtarchiven, über einige
Museen bis hin zu zahlreichen Initiativen und Einzelpersonen haben viele
das Thema auf lokaler/regionaler Ebene wissenschaftlich erforscht, um das
zuvor oftmals nur Geahnte zu Gewissheiten zu konkretisieren, indem Zahlen,
Umstände, Orte und Namen von Opfern und Tätern recherchiert wurden.

Bereits vor drei Jahren hatte das Forum zu einer Tagung zum Thema
"Zwangsarbeit" eingeladen, wobei es damals zuvorderst um einzelne
Forschungsergebnisse und die Entschädigungsproblematik ging. Die Tagung am
21. November 2003, die vom Forum Geschichtskultur mit Unterstützung des
Kultur- und Stadthistorischen Museums Duisburg ebendort veranstaltet wird,
lädt zu einem gemeinsamen Rückblick auf das bisher Geleistete und zu einem
Ausblick auf zukünftige Handlungsfelder ein.

Zu Beginn der Tagung wird Dr. Hans-Christoph Seidel vom Institut für
soziale Bewegungen, Leiter des Forschungsprojektes "Zwangsarbeit im
deutschen Kohlenbergbau", eine Übersicht über den regionalen
Forschungsstand unter Berücksichtigung der bisher wenig beachteten Themen
liefern. 

Im Anschluss wird ein von Dr. Michael Zimmermann, der in den
letzten Jahren vor allem zur nationalsozialistischen Vernichtungspolitik
gegenüber Sinti und Roma geforscht hat, ein Podium moderieren, auf denen
die unterschiedlichen Formen der mit der Thematik "Zwangsarbeit"
verbundenen Erinnerungskultur beispielhaft vorgetragen werden: 

Publikation, Internet-Präsentation, Ausstellung, Vortragsreihe, Geschichtswettbewerb,
Besucherprogramm u.a. Die gewonnenen Erfahrungen in Bezug auf öffentliche
Resonanz, Kinder- und Erwachsenenbildung sowie Initiierung eigenständigen,
eventuell nachhaltigen Engagements sollen dabei zur Diskussion stehen. Ihre
Teilnahme zugesagt haben Beate Hobein vom Historischen Centrum Hagen;

Waltraud Jachnow von der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. und Thomas Weiß
vom Stadtarchiv Hattingen. Neben den Akteuren aus der Region werden Thomas
Fickenwirth, der zu Fremd- und Zwangsarbeit in Leipzig während des Zweiten
Weltkrieges geforscht hat, und Dr. Michael Düsing aus Freiberg, der mit
Jugendlichen ein BesucherInnenprogramm organisiert und durchgeführt hat, an
dem Podium teilnehmen.

Nach einer Pause, in der an einer Führung von Dr. Michael Kanther durch die
tags zuvor im Stadtarchiv Duisburg eröffnete Wanderausstellung
"Zwangsarbeit in Rheinland und Westfalen 1939-1945" teilgenommen werden
kann, referiert Dr. Alexander von Plato, Leiter des Instituts für
Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen, über Interviews
ehemaliger Zwangsarbeiter/-innen und über deren Erfahrung, Verarbeitung und
Bewertung von Zwangsarbeit. 

Im Anschluss und damit zum Ende der Tagung wird ein Vertreter / eine Vertreterin 
der "Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" über die bisherigen Erfahrungen 
der Stiftung und über den dort eingerichteten Zukunftsfonds und dessen 
Förderprogramme Auskunft geben (der Vorstandsvorsitzende Herr Dr. Michael 
Jansen ist angefragt).

Die Teilnahme an der Tagung ist gebührenfrei. Die Ergebnisse einer
Befragung der regionalen Stadtarchive zum Thema, durchgeführt im Sommer
diesen Jahres durch das Forum Geschichtskultur, wird allen
Tagungsteilnehmern zur Verfügung gestellt.

Für Vereine besteht die Möglichkeit, sich und die eigene, mit der Thematik
"Zwangsarbeit" geleistete Arbeit zu präsentieren. Für Fragen wenden Sie
sich bitte an die Geschäftsstelle des Forums (0231/931122-90).


PROGRAMM

10 h
Begrüßung

10.15 - 11 h
I. Forschungsstand und -ausblick zum Thema.
Eine regionale Übersicht.
Dr. Hans-Christoph Seidel (Institut für soziale Bewegungen)

11 - 13 h
II. Podium: Formen der Erinnerungskultur
mit Dr.sc.phil. Michael Düsing (CJD Chemnitz), Thomas Fickenwirth
(Stadtarchiv Leipzig), Beate Hobein (Historisches Centrum Hagen), Waltraud
Jachnow (Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.) und Thomas Weiß (Stadtarchiv
Hattingen); Moderator: PD Dr. Michael Zimmermann (u.a. Privatdozent an der
RUB und Gastprofessor am Institut für Zeitgeschichte in Wien)

13 - 15 h
Mittagspause und Besuch der Ausstellung "Zwangsarbeit in Rheinland und
Westfalen 1939-1945" im Stadtarchiv Duisburg

15.30 - 16.15 h
III. Erfahrung, Verarbeitung und Bewertung von Zwangsarbeit in
lebensgeschichtlicher Interviews. Zur Bedeutung von Erfahrungs- und
Lebensgeschichte für die Erinnerungskultur.
Dr. Alexander von Plato, Institut für Geschichte und Biographie,
Lüdenscheid

16.15 - 17 h
IV. Zukunftsfonds - Erfahrungen und Aufgaben der Stiftung "Erinnerung,
Verantwortung und Zukunft"
VertreterIn der Stiftung (angefragt ist der Vorstandsvorsitzende Dr.
Michael Jansen)

17 - 17.30 h
V. Diskussion


INFO

Anmeldung:
Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V.
Emscherallee 11, 44369 Dortmund
fax 0231/931122-10
forum at geschichtskultur-ruhr.de 

Tagungsorganisation: Susanne Abeck

Tagungsort:
Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg
Johannes-Corputius-Platz 1, 47049 Duisburg

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Ab Duisburg Hbf mit der U-Bahn Linie 901 Richtung Marxloh/Ruhrort bis
Haltestelle Rathaus Duisburg, von dort ca. 3 Minuten Fußweg
Parkmöglichkeit für Autos befindet sich direkt am Rathaus, 3 Minuten Fußweg
vom Museum entfernt.