[WestG] [AKT] Universitaet Muenster ersteigerte zwei Droste-Handschriften

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Don Nov 13 08:19:28 CET 2003


Von: "upm - Mediendienst der Universitaet Muenster" <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 12.11.2003, 17:38


AKTUELL

Letzter Brief der Droste
Universität Münster ersteigerte zwei Droste-Handschriften

Mit der Ersteigerung von zwei Handschriften der Annette von
Drost-Hülshoff konnte die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB)
Münster ihre umfangreiche Droste-Sammlung um zwei wertvolle neue
Stücke ergänzen. Die beiden Autographen befanden sich vor der
Versteigerung in Schweizer Privatbesitz und waren nur als Kopie
zugänglich. "Wir konnten sie nun für die Wissenschaft und die
Öffentlichkeit dauerhaft sichern und damit den Ruf Münsters als
Zentrum der Droste-Forschung festigen", erklärt Dr. Roswitha Poll,
Leiterin der ULB.

Bei den jetzt für 20.000 Euro ersteigerten besonders gut erhaltenen
biographischen Zeugnissen handelt es sich um zwei Briefe aus
unterschiedlichen Lebensphasen der Droste. Der erste Brief vom 5.
September  1838, der an den Naturforscher Johannes Leunis gerichtet
ist, zeigt Annette von Droste-Hülshoff als Sammlerin von Mineralien.
Die Sammlerleidenschaft der Dichterin ist immer wieder Thema in ihrem
Briefwechsel. Sie sammelte auch Autographen, Münzen, Kupferstiche
und "geschnittene Steine".

Der zweite Brief von Ende März 1848 ist wahrscheinlich das letzte
schriftliche Zeugnis der Droste, denn das Schreiben stammt aus ihren
letzten Lebenswochen. Hinter dem Adressat steht ein großes
Fragezeichen: Hinweise im Tagebuch ihrer Schwester deuten auf Ludwig
von Madroux hin, dem die Droste ihre gesammelten Werke und ein Gedicht
gewidmet hat. In dem Brief an Madroux thematisiert die
Briefschreiberin die Ereignisse um die Märzrevolution von 1848. Sie
äußert die Hoffnung, dass "doch jetzt wohl nächstens völlige
Ruhe und Sicherheit zurückkehren müssen, nach den letzten
Ereignissen und dem entschlossenen Einschreiten der Regierung". Damit
dokumentiert sie bis in ihre letzten Tage hinein Interesse an der
aktuellen Politik, die sie immer mit einer eigenen Meinung beurteilte.

"Mit den zwei neuen Schätzen besteht die Droste-Hülshoff Sammlung
der ULB mittlerweile aus etwa 30 Einzelstücken", präsentierte Dr.
Bertram Haller, Leiter der Handschriftenabteilung der ULB, stolz die
neuen Errungenschaften, mit denen die Biographie der Dichterin um
wichtige Dokumente ergänzt werde. Beide Briefe illustrierten trotz
ihrer Verschiedenheit das individuelle Profil der Droste.


INFO

Weitere Informationen im Internet: www.miami.uni-muenster.de und
www.ulb.uni-muenster.de/hans