[WestG] [KONF] Fachtagung Erinnerungspaedagogik, Bielefeld,
27.06.2003
Marcus Weidner
m.weidner at lwl.org
Don Jun 12 17:05:24 CEST 2003
Von: "Dr. Juliane Kerzel" <juliane.kerzel at arcor.de>
Datum: 12.06.03 15:50
Junge Migranten und Aussiedler: Schlüsselkinder der Erinnerungspädagogik?
Impulse für die Weiterentwicklung unserer Erinnerungskultur
Fachtagung am 27. Juni 2003 von 9.00 bis 17.30 Uhr
Spätestens seit der Deklamation des 27. Januar, des Tages der Befreiung von Auschwitz und Birkenau, zum nationalen Gedenktag sind das Erinnern an die Verbrechen des NS-Staates, das Gedenken seiner Opfer und mit ihm der Imperativ, "auf dass Auschwitz sich niemals wiederhole" offiziell zu einem integralen und identitätsstiftenden Bestandteil des deutschen Geschichtsbewusstseins geworden.
Je größer allerdings der generationelle Abstand zum Geschehenen wird, je weniger wir dabei noch auf die Berichte und Aufklärung durch Zeitzeugen und Opfer zurückgreifen können, desto schwieriger wird die Aufgabe, das Erinnern lebendig zu halten und in das "kollektive Langzeitgedächtnis" unserer Gesellschaft einzuprägen.
Eine besondere Schwierigkeit macht dabei die Tatsache aus, dass wir es mit einer zunehmend multi-ethnisch werdenden deutschen Gesellschaft zu tun haben. Insbesondere Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen der Jugendsozialarbeit werden mit dieser Realität immer stärker konfrontiert. Sie fragen sich: Wie können wir die Kinder von Zuwanderern in die Erinnerungsarbeit etwa am 9. November oder am 27. Januar einbeziehen? Wie können wir die universalistische, an die Idee der Menschenrechte gebundene Perspektive des "Nie wieder Auschwitz!" für die Arbeit mit multi-ethnisch gemischten Gruppen und mit allochthonen Jugendlichen praxiswirksam nutzen?
Diesen Fragen wollen wir in unserer Tagesveranstaltung nachgehen. Sie wendet sich an Akteure der Erinnerungsarbeit in Schule und an außerschulischen Lernorten wie: Museen und Gedenkstätten, Archiven, Jugendsozialarbeit und Erwachsenenbildung, und versteht sich als Beitrag, die Impulse des Expo-Projekts "Planungswerkstatt Erinnerungskultur" aufzunehmen.
Teilnahmebeitrag: Euro 10,00 pro Person inkl. Verpflegung
Anmeldeschluss: 20. Juni 2003
Tagungsleitung:
Sigmar Fischer, Pädagogischer Leiter Haus Neuland
Peter Karsten, Geschichtslehrer
Dr. Juliane Kerzel, ehemalige Managerin des Expo-Projekts "Planungswerkstatt Erinnerungskultur", jetzt: Volkshochschule Recklinghausen
Tagungsort:
Haus Neuland, Senner Hellweg 493, 33689 Bielefeld-Sennestadt
Telefon (0 52 05) 91 26 - 0
Tagungssekretariat:
Silke Maaß
Durchwahl (0 52 05) 91 26 - 21
Telefax (0 52 05) 91 26 - 99
E-Mail: S.Maass at haus-neuland.de
verantwortlich:
Sigmar Fischer, Pädagogischer Leiter Haus Neuland
Durchwahl (0 52 05) 91 26 - 20
Programm:
bis 9.00 Uhr Eintreffen, Anmeldung, Stehkaffee
9.15 Uhr
Begrüßung der Teilnehmenden
Sigmar Fischer, Pädagogischer Leiter der HVHS Haus Neuland
9.30 Uhr
Vortrag:
Paradoxien der Erinnerungskultur: Möglichkeiten und Grenzen des pädagogischen Umgangs mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Deutschland - "Generationsabstand" und "Migration" als neue Herausforderungen
Wolfgang Meseth, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, und Mitglied des Vorstands der Anne Frank-Bildungsstätte:
anschließend Diskussion
Moderation: Sigmar Fischer/Dr. Juliane Kerzel, Recklinghausen
11.00 Uhr Pause
11.30 Uhr
Gruppenarbeit zu Fallbeispielen aus der Erinnerungsarbeit mit ethno-sozial gemischten Gruppen, Berichte der Gruppen im Plenum und Vertiefung durch einen Vortrag von Dr. Wolfgang Meseth:
Das Thema "Nationalsozialismus und Holocaust" in der Schule - Beispiele aus dem Geschichtsunterricht mit ethno-kulturell gemischten Lerngruppen
Moderation: Sigmar Fischer/Peter Karsten, Geschichtslehrer
13.00 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr
Die Einbeziehung von Migranten in die Arbeit von Gedenkstätten - Am Beispiel
des El-De-Hauses Köln
Kurzvortrag durch Dogan Akhanli, Kölner Schriftsteller und ehrenamtlicher Mitarbeiter des El-De-Hauses, türkischer Exilant mit deutscher Staatsbürgerschaft
Vertiefung im Zwiegespräch mit Sigmar Fischer und anschließender Öffnung der
Gesprächsrunde für das Plenum
15.30 Uhr Kaffeetrinken
16.00 -17.30 Uhr
Perspektiven der Öffnung der Erinnerungsarbeit für (junge) Migranten -
Vernetzung in regionaler Perspektive
Workshop A: Transfer in die Praxis (Sigmar Fischer)
Workshop B: Austausch über allgemeine Planungen zum 9. November und 27. Januar (Peter Karsten)
Workshop C: Internetplattform der Planungswerkstatt (Dr. Juliane Kerzel)
Schlussrunde
INFO
Haus Neuland
Politisch-wissenschaftliches Bildungszentrum e.V.
Senner Hellweg 493 - 33689 Bielefeld (Sennestadt)
Telefon: (05205) 9126-0 / Fax: (05205) 9126-99
E-Mail: info at haus-neuland.de
URL
http://www.haus-neuland.de/